Was ist Meditation?

Eine erlernbare Methode zu innerer Ruhe und Weite zu finden und konzentrierte und positive Geistesverfassungen zu entwickeln.

Im Leben gibt es vieles, was außerhalb unserer Kontrolle liegt. Doch für unsere eigenen Geistesverfassungen können wir Verantwortung übernehmen und sie verändern. Dem Buddhismus zufolge ist dies das Wichtigste, was wir tun können, und es ist das einzige wirksame Gegenmittel gegen die Angst und Rastlosigkeit, die Abneigung, Lethargie und Unzufriedenheit, die das Leben der Menschen oft bestimmen. Meditation ist ein Mittel, um den Geist zu verwandeln.

Buddhistische Meditationspraktiken sind Techniken, die Menschen helfen Sammlung, Klarheit und emotionale Positivität zu entfalten. Wenn man anfängt eine bestimmte Meditationsmethode zu üben, erfährt man zunächst eine Menge über die Muster und Gewohnheiten des eigenen Geistes und lernt dann neue, positivere Arten und Weisen kennen, damit umzugehen. Regelmäßigkeit, Ausdauer und Geduld sind der Schlüssel zu der Erfahrung von tief befriedigenden, ruhigen und zugleich hellwachen und klaren Geistesverfassungen. Solche Erfahrungen wirken dann weit über die eigentliche Meditationsphase hinaus und können eine transformierende Wirkung auf unser ganzes Leben haben.

Im Laufe der Jahrtausende hat die buddhistische Tradition zahllose verschiedene Meditationspraktiken hervorgebracht. Jede von ihnen hat andere Schwerpunkte und Ansätze, doch die Basis für alle ist die Entwicklung von gesammelten und positiven Geistesverfassungen. In den FWBO unterrichten wir daher zwei grundlegende Meditationsformen, die diese beiden Eigenschaften – Sammlung und emotionale Positivität – hervorbringen: Die Vergegenwärtigung des Atems und die Entwicklung liebender Güte oder Metta-Bhavana.

Die Vergegenwärtigung des Atems

Wie der Name schon vermuten lässt, wählt man in dieser Technik den Atem als Objekt der Sammlung. Der Übende richtet seine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen des Atemflusses, ohne diesen in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Dabei bemerkt man schnell die natürliche Neigung des Geistes von einer Sache zur anderen zu springen. Diese einfache Übung in Sammlung bringt Sie ganz in den gegenwärtigen Augenblick und in die Fülle des Erlebens, die ihn im steckt.

Die Vergegenwärtigung des Atems hilft Achtsamkeit oder Gewahrsein zu entwickeln, also die Fähigkeit aufmerksamen, wachen Wahrnehmens und klarer Bewusstheit, die eine Schlüsselrolle im buddhistischen Übungssystem darstellt. Sie ist auch ein hervorragendes Gegenmittel gegen Rastlosigkeit, Nervosität und Zerstreutheit und hilft Ihnen sich zu entspannen: Die Sammlung auf den Atem wirkt sich positiv auf die gesamte körperliche und geistige Verfassung aus.

Die Übung selbst wird bei uns in vier Abschnitten unterrichtet, wobei zu Beginn das Zählen der Atemzüge als Hilfsmittel zur Konzentration eingesetzt wird. Eine Einführung in die Vergegenwärtigung des Atems auf CD können Sie hier unter dem Titel "Wach, entspannt und geistesklar" bestellen.

Die Metta Bhavana (Entwicklung liebevoller Güte)

Die Metta Bhavana ist eine traditionelle Meditationsform, die dem Übenden hilft, eine Haltung von emotionaler Positivität und echtem Wohlwollen sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Das Pali-Wort Metta bedeutet in etwa Liebe (im nicht-romantischen Sinne), Freundlichkeit oder Herzensgüte. Es ist eine tief empfundene Haltung von Wohlwollen, der aufrichtige und von Eigeninteressen freie Wunsch nach dem Wohlergehen eines anderen.

Wir unterrichten die Metta Bhavana in fünf Abschnitten: Zu Beginn entwickeln Sie ein Gefühl von Freundlichkeit und Wohlwollen sich selbst gegenüber. Verschiedene Methoden können helfen, diese von Herzen empfundene Freundlichkeit zu wecken, wenn sie sich nicht spontan einstellt: Bilder (z.B. die Vorstellung von Licht durchflutet zu werden); Sätze (z.B. "Möge ich glücklich sein!"); Erinnerungen an Momente, in denen Sie sich in tiefer Harmonie fühlten u.v.a.m. In der Metta Bhavana lernt jeder Übende im Laufe der Zeit, wie er oder sie am wirkungsvollsten zu einer wirklich positiven Haltung findet.

Im zweiten Abschnitt stellen Sie sich einen Menschen vor, der Ihnen nahe steht und lassen auch zu diesem Menschen Gefühle von Freundlichkeit fließen. Im dritten Abschnitt dehnen Sie diese Haltung auf jemanden aus, der Ihnen normalerweise gleichgültig ist, und im vierten Abschnitt sogar auf jemanden, den Sie nicht mögen. Dabei geht es nicht darum, eine bestehende Abneigung "wegzureden", sondern den betreffenden Menschen in größerem Zusammenhang zu sehen: mit all seinen Schwächen, aber auch mit all seinen schönen Seiten, seiner Sehnsucht nach Glück etc. Im letzten Abschnitt lassen Sie Ihre liebevollen Gefühle frei ausströmen, zu allen Menschen und allen empfindenden Lebewesen, soweit Ihre Vorstellungskraft Sie trägt.

Die Metta Bhavana ist keine Übung in Autosuggestion, es geht also keinesfalls darum, sich irgendwie einzureden, alle Menschen seien nett und sympathisch. Es geht vielmehr darum, die eigenen Gefühle zunächst einmal unvoreingenommen kennen zu lernen und zu erleben, und dann zu lernen, sie sanft zu entspannen und zu öffnen. Die Früchte der Übung sind ein größeres Einfühlungsvermögen und eine positivere Einstellung sich selbst und anderen gegenüber. Diese Übung kann eine dramatisch positive Wirkung auf Konfliktsituationen haben! Sie ist auch ein hervorragendes Gegenmittel gegen Gereiztheit, schlechte Laune und gegen eine harte, überkritische Haltung sich selbst und anderen gegenüber.

Eine Einführung in die Metta Bhavana auf CD können Sie hier unter dem Titel "Die Befreiung des Herzens" bestellen.